Villa Halkyone

Halkyone / Alkyone - Tochter des Aeolus und der Enarete, Gattin des Keyx, Königs von Trachis am Oite. Sie wird wegen ihrer liebenden Klagen um den toten Gatten in einen Eisvogel verwandelt [ebenso wie ihr Gemahl], [Lukian.] Alkyon 1f. Ov. met. 11, 410 (Der Kleine Pauly. 1975, I, 274). Es gibt auch andere Ausdeutungen des Mythos'.



Die Halkyonischen Tage

Die Eisvögel brüten zwischen den Jahren auf dem offenen Meere, der Ägaeis. Damit dieses Brutgeschäft gelingt, läßt der Windgott, Aeolus, alle Winde ruhen. Das sind dann die Tage der Beschaulichkeit und glücklichen Ruhe, die halkyonischen Tage.




Otto Erich Hartleben

Der Schriftsteller Otto Erich Hartleben (1864-1905) gründete 1903 in Salò die "Halkyonische Akademie für unangewandte Wissenschaften". Das Grundgesetz lautet

§ 1 Die Zugehörigkeit zur Halkyonischen Akademie bringt weder Pflichten noch Rechte mit sich.

§ 2 Alles Übrige regelt sich im Geiste halkyonischer Gemeinschaft.




Die Halkyonische Akademie

Diese Akademie war nichts weiter als ein Freundschaftsbund. Man traf sich, um zu plaudern, zu zechen, die neuesten künstlerischen Ideen auszutauschen - meistens alles zugleich. Zur Akademie gehörten u. a. Peter Behrens, Otto Julius Bierbaum, Franz Blei, Gerhart Hauptmann, Alfred Kubin, Emil Orlik. Nach dem Tode des Stiftungsvaters der Halkyone bestand die Akademie unter Federführung Alfred von Klements (Königsfeld 1889-1957 Regensburg, vgl. DLL VIII, 1304) weiter. Sie widmete sich dem Andenken des dichterischen Werkes und Lebens Hartlebens. 1968 wurde die Vereinigung aufgelöst ("Freiburger Beschluß"). Heute sind wenige Eingeweihte in halkyonischer Gemeinschaft verbunden. Ein sichtbares Ergebnis dieser Zusammenkunft ist der erschienene Briefband: Otto Erich Hartleben schreibt Heinrich Rickert.




Charlotte Klement und C. F. W. Behl. Halkyonisches Gedenken an Otto Erich Hartleben 1864-1905. München 1965. Kl.-4°. 23 Ss. Mit 2 Faksimiles u. 1 Abbildung. Orig.-Broschur. – Eine der letzten Veröffentlichungen der Akademie als Privatdruck in 300 numerierten Exemplaren: Enthält Selma H.s Bericht über die Premiere von »Rosenmontag« in der Wiener Burg, Max Halbes Erinnerung an die Uraufführung (sic!) von G. Büchners »Leonce und Lena« in München (OEH mimte das »Volk«) u. a. – Handsatztypen Post-Mediaeval u. -Kursiv der H. Berthold AG. - zu beziehen über Antiquariat Halkyone zum Preis € 18,– (AGB)



Von der Akademie zum Antiquariat

Ebenso wie der Mythos ist der Dichter Hartleben fast gänzlich vergessen. Da ich selbst nun durch Otto Erich Hartleben zum Antiquariat gekommen bin, nirgends anders fand ich dessen Bücher, mein erster Katalog (1993) mit Werken aus dessen Bibliothek bestückt war und aus vielen weiteren Gründen, als da wären Schönheit des Schriftzuges bishin zur Mystifikation, also, da ich nun nicht zuletzt über Otto Erich Hartleben zum Antiquar geworden bin, nannte ich ihm zu Ehren meine Altbuchhandlung Antiquariat Halkyone.
Sapienti sat.



Last not Least

In der Villa H., sozusagen in der Beletage werden in regelmäßigen Abständen Anekdoten aus Hartlebens Leben (es gibt deren reichlich) oder zum Thema Eisvogel oder dem Umkreis der Akademie wissenswertes und anekdotisches mitgeteilt werden. Besuchen Sie dieses Stockwerk, wenn Sie neugierug geworden sind und mehr erfahren wollen.



Wenn Sie selbst einen Beitrag hierzu leisteten, freute dies die Halkyonische Akademie. Anregungen und Kritik bitte in das Gästebuch schreiben.

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